Warum Umsatzverlust nicht automatisch der versicherte Schaden ist
Bei einer Betriebsunterbrechung geht es häufig um den nicht erwirtschafteten Betriebsgewinn und fortlaufende Kosten. Ein ausgefallener Umsatzbetrag ist deshalb nicht ohne Weiteres identisch mit der Versicherungsleistung. Auch ersparte Aufwendungen können für die Berechnung relevant sein.
Andere Verträge können mit vereinbarten Tagesleistungen arbeiten. Lesen Sie daher zuerst die Berechnungsweise Ihres konkreten Angebots, bevor Sie eine Versicherungssumme oder einen möglichen Ersatz abschätzen.
Vier Angaben, die jedes Ausfallangebot verständlich machen sollten
| Begriff | Bedeutung für Ihren Betrieb |
|---|---|
| Versichertes Ereignis | Zum Beispiel Angriff auf eigene Systeme oder ausdrücklich erfasster Dienstleisterausfall. |
| Zeitlicher Selbstbehalt | Zeitraum oder Berechnungsregel, die vor beziehungsweise bei der Entschädigung zu beachten ist. |
| Haftzeit | Maximale Zeitspanne, für die versicherte Ausfallfolgen berücksichtigt werden. |
| Entschädigungsgrenze | Verfügbarer Betrag; gegebenenfalls ein Sublimit innerhalb der Gesamtsumme. |
Ein Beispiel zur Größenordnung des Ausfallrisikos
Reine Planungsrechnung: Ein Betrieb schätzt den täglich ausfallenden Gewinn und weiterlaufende Kosten zusammen auf 2.000 Euro. Fünf volle Ausfalltage entsprechen zunächst 10.000 Euro. Hinzu könnten notwendige Mehrkosten kommen.
Das ist keine Tarifberechnung und keine Leistungszusage. Zeitlicher Selbstbehalt, ersparte Kosten, Nachweise und Vertragsgrenzen können die tatsächliche Entschädigung verändern. Die Rechnung hilft jedoch, den eigenen Bedarf realistisch zu beschreiben.
Ausfall eigener IT und externer Anbieter unterscheiden
Fällt die eigene Warenwirtschaft nach einem Angriff aus, liegt ein anderer Ablauf vor als bei einer technischen Störung des Cloudanbieters. Nicht jedes Ereignis ist in jeder Cyberpolice gleichermaßen gedeckt.
Klären Sie auch, ob der Betrieb nach der technischen Wiederherstellung sofort wieder normal arbeitet. Rückstände, Prüfung der Daten und das Hochfahren von Prozessen können zusätzliche Zeit erfordern.
Unterlagen für den Ausfallnachweis vorbereiten
Hilfreich sind nachvollziehbare Geschäftszahlen, Informationen zu laufenden Kosten und eine Dokumentation der unterbrochenen Abläufe. Halten Sie fest, wann Einschränkungen begannen und welche Maßnahmen zur Wiederaufnahme getroffen wurden.
Im Angebot sollten Anforderungen an Nachweise und Schadenminderung verständlich sein. So können Geschäftsleitung, Buchhaltung und IT im Ereignisfall zusammenarbeiten.
Betriebsausfall durch Cyberangriff: So entsteht ein belastbarer Nachweis
Bei der Betriebsunterbrechung zählt der nach den Vertragsregeln entstandene wirtschaftliche Schaden. Die Cyberversicherung ersetzt deshalb nicht pauschal jeden ausgefallenen Umsatzeuro. Kostenersparnisse, nachgeholte Aufträge und notwendige zusätzliche Aufwendungen können die Berechnung beeinflussen.
| Prüfpunkt | Bedeutung für Ihren Betrieb |
|---|---|
| Beginn und Ursache | Wann war welcher Geschäftsprozess nicht mehr verfügbar? |
| Normale Ertragslage | Welche Vergleichszeiträume und saisonalen Besonderheiten passen? |
| Ersatzabläufe | Welche Mehrkosten entstanden zur Fortführung des Betriebs? |
| Wiederanlauf | Wann waren Technik und normale Leistungserbringung wieder möglich? |
Dokumentieren Sie Einschränkungen laufend und stimmen Sie zusätzliche Ausgaben mit der Schadenbearbeitung ab. Bei einer Cloudstörung sollten auch die Mitteilungen des Dienstleisters aufbewahrt werden. Der Nachweis der Ursache ist genauso wichtig wie die Höhe der geltend gemachten Kosten.
