Cyberangriff auf eine Kanzlei: Akten und Fristen betroffen
Ein verschlüsseltes Kanzleisystem kann die Bearbeitung laufender Mandate erschweren. Auch Kommunikationskanäle und die Zuordnung eingehender Unterlagen können betroffen sein. Gleichzeitig müssen sensible Informationen geschützt bleiben.
Analysieren Sie deshalb Zugriff, Vertraulichkeit und Wiederherstellung getrennt. Ein Backup allein beantwortet beispielsweise nicht, ob zuvor Daten kopiert wurden oder eine Benachrichtigung erforderlich ist.
Berufshaftpflicht und Cyberversicherung für Kanzleien
Berufsbezogene Haftung wird nicht allein durch eine Cyberversicherung ersetzt. Für Rechtsanwälte und Steuerberater bleiben die jeweiligen beruflichen Anforderungen und die bestehende Berufshaftpflicht gesondert zu berücksichtigen.
Im Cyberangebot geht es unter anderem um eigene Vorfallkosten, Wiederherstellung und vereinbarte Haftungsfolgen aus Sicherheits- oder Datenverletzungen. Eine gemeinsame Vertragsprüfung kann unklare Zuständigkeiten sichtbar machen.
Mandantenportale und Fernzugriffe im Cyberangebot für Kanzleien
- Kanzleisoftware, Dokumentenmanagement und Fristenverwaltung.
- Mandantenportale und Datenaustausch mit externen Stellen.
- Homeoffice, Fernwartung und privilegierte Benutzerkonten.
- Getrennte Datensicherung und getestete Wiederherstellung.
- Verantwortliche für Datenschutz, IT-Betrieb und Notfallkommunikation.
Notfallhilfe der Cyberversicherung für Kanzleien organisieren
Nach einem Angriff benötigen Sie möglicherweise gleichzeitig technische, rechtliche und kommunikative Unterstützung. Prüfen Sie, welche Dienstleister die Cyberversicherung bereitstellt und wie deren Beauftragung abläuft.
Speichern Sie Notfallkontakte unabhängig von der Kanzlei-IT. Eine Rufnummer im verschlüsselten Dokumentenordner hilft im entscheidenden Moment nicht weiter.
Welche Kanzleidaten bestimmen den Beitrag zur Cyberversicherung?
Umsatz, Beschäftigte, Tätigkeitsprofil und gewünschte Deckung bilden wichtige Eckpunkte. Dazu kommen Datenumfang, Sicherheitsmaßnahmen und frühere Vorfälle. Mehrere Standorte oder gemeinsame IT mit verbundenen Einheiten sollten erfasst werden.
Beitragsbeispiele für andere Branchen lassen sich nicht unverändert auf eine Kanzlei übertragen. Lassen Sie den Schutz anhand Ihrer tatsächlichen Mandats- und Systemstruktur kalkulieren.
Cyberversicherung für Kanzleien: Fristen auch bei IT-Ausfall sichern
Nach einem Cyberangriff kann die Bearbeitung von Mandaten eingeschränkt sein, während gerichtliche oder steuerliche Fristen weiterlaufen. Die Cyberversicherung einer Kanzlei ist deshalb mit einem organisatorischen Notfallplan und der vorhandenen Berufshaftpflicht abzustimmen.
Benennen Sie im Angebot Kanzleiform, Zahl der Berufsträger, externe Portale und besonders sensible Mandatsbereiche. Für gemeinschaftlich genutzte Systeme ist wichtig, ob alle betroffenen Einheiten zum versicherten Kreis gehören. Eigene Wiederherstellungskosten und Haftungsansprüche von Mandanten können unterschiedlichen Verträgen zuzuordnen sein.
Ein außerhalb der Kanzlei-IT erreichbarer Fristen- und Kontaktbestand erleichtert die erste Organisation. Er muss sicher aufbewahrt und regelmäßig aktualisiert werden; ungeschützte Kopien vertraulicher Mandatsdaten sind keine geeignete Notlösung.
